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Überraschende Anforderungen

Apr 19, 2018 in Godisang

Überraschende Anforderungen

Am 02. Februar erhielten wir einen Brief von der South African Catholic Bishops Conference (SACBC). SACBC ist seit Jahren unsere größte Geberorganisation, die unseren Verein Tsibogang Christian Action Group derzeit mit mehr als R 50,000 pro Monat unterstützt. In dem Brief schrieben sie, dass ihre größte Geberorganisation Aurum Institute (eine amerikanische Hilfsorganisation) ihnen bedeutet habe, dass wenn sie nicht bis März 2018 100% ihrer Ziele erreichen, es keine weiteren Gelder von Aurum geben würde. Das beträfe insbesondere die Zahl der Waisenkinder und Pflegeeltern, die auf HIV getestet sein müssten. Deshalb forderte uns SACBC in ihrem Brief ultimativ auf sicherzustellen, dass wir bis zum 26. Februar 1166 Waisenkinder und 370 Pflegeeltern auf HIV getestet haben und dies in dem entsprechenden Computerprogramm vorschriftsmäßig dokumentiert ist. Sollten wir dieses Ziel nicht erreichen, würde es im März 2018 keinen neuen Vertrag und kein Geld mehr von SACBC geben. In unserem Vertrag mit SACBC, den wir im Oktober 2017 unterzeichnet hatten ,war wohl von einer Gesamtzahl von 1285 Waisenkindern und vernachlässigten Kindern und von 420 Pflegeeltern die Rede, die wir mit unseren Diensten erreichen sollten, aber an keiner Stelle war von einer genauen Zahl derer die Rede, die auf HIV getestet sein müssten. Das Testen auf HIV ist nur einer der Dienste, die wir den Kindern und Erwachsenen geben. Andere Dienste sind Hausbesuche, Ernährungs- Beratung, Gewichtskontrolle, Tuberkulose Screening , Hausaufgabenhilfe, Unterricht zur HIV Prävention, Informationen gegen Kindsmisshandlung , gegen Stigma und Diskriminierung und gegen Vergewaltigungen. Auch Überweisungen zur Beantragung von Sozialhilfe und Kindergeld oder Überweisungen zur Behandlung von Gesundheitsproblemen gehören zu unseren Diensten. In unserer schriftlichen Antwort auf den Brief wiesen wir darauf hin, dass wir es unfair fänden, dass uns erst jetzt – sozusagen in letzter Minute – genaue Vorschriften zur Zahl der auf HIV getesteten Kinder gemacht würden, aber wir rechneten damit, dass SACBC erwidern würde, dieser Druck käme nicht von ihnen, sondern vom Aurum Institute, die das Testen auf HIV als den wichtigsten Dienst ansehen. So beriefen wir eilig eine Sitzung des Tlamelang Kommittees ein. In der Sitzung wurde beschlossen, dass wir trotz der Unfairness alles versuchen sollten, die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Itsholeng Moepi, die das HIV Testen bei uns koordiniert, arbeitete einen Plan aus, demzufolge jeden Tag an einem oder sogar zwei Orten der neun Regionen unseres Projekts eine HIV Testing Kampagne durchgeführt werden sollte. Zu dem Zeitpunkt, als wir den Brief erhielten, hatten wir (seit Oktober 2017) erst 482 Kinder und 20 Erwachsene auf HIV getestet. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie alle unsere Mitarbeiter ihr Bestes gaben, die Pflegeeltern dazu zu bewegen, so kurzfristig ihre Einverständnis zum Testen ihrer Kinder und von ihnen selbst zu geben. Rekordergebnisse gab es besonders in Majemantsho (wo unserer Kindergarten und After School Project Rebaone ansässig ist) und in Welbedacht (wo unser After School Programm Emmanuel ansässig ist), wo jeweils über 100 Kinder getestet wurden. Zum Glück hatten in den Jahren 2016 und 2017 mehr als zwanzig unserer Care Givers ihren Kurs in HIV Testing abgeschlossen. Eine größere Herausforderung war es, so kurzfristig genügend HIV Test Kits zu bekommen. Wir erbaten sie von den Clinics, mit denen wir zusammenarbeiten. Aber es ging ja nicht nur um das Testen selbst. Mindestens ebenso groß war die Herausforderung, die Ergebnisse in dem dafür vorgesehenen Computerprogramm vollständig zu erfassen. Dazu gehört ein Scannen der unterschriebenen Einverständniserklärungen....

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Neues aus den Kindergärten

Mrz 2, 2018 in Godisang

Neues aus den Kindergärten

Seit Mitte Januar laufen die Kindergärten und die Hausaufgabenbetreuung wieder auf vollen Touren. Wir haben etliche neue Kinder ( in den beiden Kitas sind es 70 Kinder) aufgenommen und sehen, wie sie sich verändern. Am Anfang gab es nur Gebrüll bei den Kita-Kindern, wenn ihre Mütter verschwanden. Jetzt, nach fűnf Wochen, drehen sich die meisten nicht mal um, wenn ihre Műtter aus der Tür gehen. Sie sind begierig, Neues zu entdecken. Interessant für uns als Erzieherinnen ist es, wie sich die Kleinen vom letzten Jahr nun als die Großen verhalten. Vieles hatten sie vergessen, und wir müssen ihnen das Material neu zeigen. Aber inzwischen können wir sie schon bitten, den Kleineren/Neuen zu zeigen, wie es geht. Auch für uns als Erzieherinnen gibt es einiges zu entdecken: Es gilt als Grundregel, dass man den Kindern ein Material von Anfang bis Ende zeigen, d.h. man geht zusammen mit dem Kind zum Regal, holt das Material und zeigt ihm dann, wie es benutzt wird. Wenn man damit fertig ist, bringt man das Material zu seinem Standort zurück , so dass das Kind weiss, wohin das Material gehört. Die neuen Kinder sind nun extrem ungeduldig, sie wollen schon damit arbeiten, bevor die Lehrerin fertig ist. In unserem monatlich stattfindenden internen Montessori-Training gab es eine lange Debatte darüber : Darf das Kind übernehmen? Oder soll es warten bis zum Schluss, auch wenn möglicherweise das Kind die Lust am Material verliert? Eine andere heiße Frage war: Was machen wir mit Kindern, die nicht arbeiten, die einfach nur im Raum herumgehen, z.T. andere stören oder die Erwartung haben, dass sie von den Lehrerinnen angeleitet werden? Ein anderes Montessoriprinzip ist: Drei Stunden sollen/dürfen die Kinder ohne Unterbrechung arbeiten, d.h. es wird in dieser Zeit nicht gegessen, kein Morgenkreis gemacht oder Geschichten vorgelesen, sondern jedes Kind sucht sich seine Arbeit. Das ist sehr wichtig, weil man ohne dieses nicht herausfindet, ob Kinder wirklich selbständig sind (bei Montessori heisst das, ist das Kind normalisiert?). Bei den neuen Kindern dauert es natürlich eine Weile, bis sie aus eigenem Antrieb drei Stunden lang arbeiten. Aber es ist toll zu sehen, wie lange Kinder arbeiten können. In Godisang gibt es einen Zweijährigen, der jeden Tag alle Tische abwischt, fegt, die Stühle vorher auf die Tische stellt und sie dann wieder herunterholt. Eine Mordsanstrengung füer einen Zweijährigen, aber er lässt sich nicht davon abhalten. In zwei von unseren Nachmittagsprogrammen für die Schulkinder haben wir erstmals Kinder, die auch in unserern Kitas gewesen sind. Sie kommen stolz mit ihren Heften an und zeigen, was sie schon schreiben können. Azania ist eine von ihnen. Sie war im Kindergarten die erste, die das Afrikapuzzle zusammenbauen...

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Ein sanftes Joch für 2018

Feb 3, 2018 in Tlamelang

Ein sanftes Joch für 2018

23 unserer MitarbeiterInnen von der Tlamelang-Gruppe begannen gemeinsam mit Christel und Wolfgang Hermann das Jahr 2018 mit einer Retreat. Wie im letzten Jahr fuhren wir an den Hartebeesport Dam und quartierten uns im Haphororo Retreat Center ein. Die Retreat stand unter dem Thema „Das sanfte Joch“ (nach Matthäus 11, 28-30). Bevor Jesus seine Hörer dazu aufrief, sein Joch auf sich zu nehmen, lud er sie ein, ihre Lasten bei ihm abzulegen: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.“ So stand der erste Tag unter der Überschrift „die Lasten ablegen“. Gemeinsam machten wir uns Gedanken darüber, was für verschiedene Arten von Lasten wir mit uns herumtragen. Dann hatte jede/r Gelegenheit, ihre persönlichen Lasten aufzuschreiben und in einem Zweier-Gespräch mit jemandem zu teilen. Während der Abendandacht wurden wir eingeladen, unsere Lasten in einem stillen Gebet vor das Kreuz zu Jesus zu bringen. Am folgenden Tag ging es dann um die Frage, was es für uns heute heißt, das sanfte Joch Jesu auf uns zu nehmen. In ihrer Bibelarbeit zu Matthäus 16, 21-26 betonte Christel Hermann, dass wir den vielen Predigern nicht glauben dürfen, die uns einreden wollen, dass einem als guter Christ Leiden erspart bleiben. Gott mutet uns Schweres zu. Das vertieften die TeilnehmerInnen in einer persönlichen Meditation zur Gethsemane-Geschichte (Matthäus 26, 36-46). Was heißt das für unseren Lebensstil, für unser Miteinander und unseren Umgang mit schweren Erfahrungen, wenn wir wie Jesus beten: „Mein Vater, nicht wie ich will, sondern wie Du willst“? Dazu gab es nach der Meditationszeit einen Austausch in zwei Gruppen, der von sehr persönlichen Beiträgen geprägt war. Die regelmäßigen Andachten am Morgen und am Abend, die von Mitgliedern des Haphororo Teams im Taizé-Stil gestalteten wurden, waren eine zusätzliche Hilfe für die Teilnehmer innerlich zur Ruhe, zu sich selbst und zu Gott zu kommen. Neben den biblischen Texten gab es außerdem drei Einheiten zum Thema „Stigma and Discrimination“, die von Itsholeng Moepi und Dimakatso Ikaneng eingeführt wurden. Ein besonderes Erlebnis war die Wanderung in den Bergen am Donnerstag. Für etliche der Frauen war es die erste Wanderung ihres Lebens, und sie waren hinterher mächtig stolz, dass sie nicht nur die Anstrengungen der Bergbesteigung, sondern auch die zweifache Überquerung eines reißenden Flusses so gut bewältigt hatten. Bei der Abschlussrunde am Freitag gab es viele Worte des Dankes und von vielen den Wunsch, nächstes Jahr wieder nach Haphororo fahren zu dürfen. Wolfgang...

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Praktikum in Südafrika

Dez 22, 2017 in Tshepanang

Praktikum in Südafrika

Liebe FreundInnen von Tsibogang ! Heute könnt ihr den letzten Post in diesem Jahr lesen. Darin berichtet Ruth Maria Kasper, unsere Praktikantin der vergangenen drei Monate. Sie ist inzwischen wieder in Deutschland. Wir danken Euch/Ihnen herzlich für alle Unterstützung, für alle Spenden, Gebete und Gedanken, die unsere in Arbeit in Tsibogang möglich gemacht haben. Wir wünschen Ihnen/Euch allen gesegnete Weihnachten und ein behütetes Jahr 2018. Wir sind sprachlos, dass trotz der Finanznot im Laufe des Jahres sogar noch Geld auf dem Tsibogang Konto ist und wir mit großer Zuversicht auf das neue Jahr zugehen können. Das haben wir Euch/Ihnen und Gott zu verdanken. Christel & Wolfgang Hermann Bericht von Ruth Maria Kasper Die erste Frage, die die Leute mir hier stellen, wenn sie erfahren, dass ich aus Deutschland komme ist: ,, Oh, so how do you like South Africa? Is it different to Germany?“ und meine Antwort ist dann immer:,, It is a total different world but I like it!“ Mein dreimonatiges Praktikum hier in Südafrika bei der Tsibogang Christian Action Group begann am 20. September und endet am 16. Dezember 2017. Drei Monate sind ein Vierteljahr, aber am Ende kam es mir vor wie zwei Wochen. Time is flying! Ich habe während der drei Monate mit Hermanns und Undine Rauter in der Kommunität in Mafikeng gewohnt und mich sehr wohl und behütet gefühlt. Es war ein gutes Gefühl an Tagen, an denen es mir einmal nicht so gut ging, an einen Ort zurückkehren zu können, an dem man sich sicher und aufgehoben fühlt. Ich bin nach Südafrika gekommen, weil ich die Welt einmal aus einer anderen Perspektive sehen wollte und teilweise fand ich es erschreckend und es brachte mich zum Nachdenken, zu sehen, unter was für Bedingungen die Menschen auf den Dörfern leben. In Wellblechhütten oder in Zwei-Zimmer-Häusern mit einer sechsköpfigen Familie. Zum Teil ohne Wasser oder zeitweise ohne Strom. Unsere Standards in Deutschland (immer fließend heißes Wasser, Strom und eine gute Schulausbildung) sind für viele Leute hier Luxus. Teilweise hat es mich dann echt beschämt und mir ein schlechtes Gewissen bereitet von meinem privilegiertem Leben bei mir zu Hause in Deutschland zu erzählen. Die meiste Zeit meines Südafrikaaufenthalts habe ich in einem der beiden Early Learning Centers von Tsibogang gearbeitet. Morgens bis vormittags fand dort der Kindergarten mit so momentan um die 30 Kindern statt, die dort Frühstück und Mittagessen bekommen und nach der Montessori Pädagogik betreut werden und auch schon die ersten Anfänge im Schreiben lernen. Es war beeindruckend zu sehen, wie eigenständig und konzentriert die Kinder gearbeitet haben. Das Lernen mit allen Sinnen und die Förderung des eigenständigen Lernens und Entdeckens durch die Montessori Pädagogik ist wirklich sehr eindrücklich und tut den Kindern wirklich gut. Wenn die kleinen Kinder mittags abgeholt wurden, kamen dann nach Schulschluss die Schulkinder zum After School Programm, wo wir mit ihnen Mathematikunterricht gemacht haben. Ich habe hauptsächlich die Fünftklässler unterrichtet (so um die 10 Kinder) und mit ihnen Multiplikation geübt. Die Freude der Schüler, als man ihnen dann sagte, dass sie die Aufgabe richtig gerechnet haben, war sehr berührend und man hat gesehen, dass sie durch ihren Erfolg dann richtig Spaß am Rechnen hatten. Aber es ist trotzdem erschreckend zu sehen, dass Fünft- und Sechstklässler die einfachsten 1×1 Aufgaben nicht im Kopf rechnen können, sondern mit den Fingern oder mit...

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Gegen Stigmatisierung und Diskriminierung

Nov 28, 2017 in Tshepanang

Gegen Stigmatisierung und Diskriminierung

Wir haben im September einen Antrag auf finanzielle Unterstützung an das Büro des Premierministers der Nordwestprovinz geschickt. Diese Bewerbung machte sie auf unsere Organisation aufmerksam und brachte uns in Kontakt mit Soul City, einer Organisation, die in Südafrika für ihre Filme und ihr Medienengagement bekannt ist, um Probleme im Zusammenhang mit HIV anzugehen. Als die Vertreter von Soul City unsere Organisation begutachteten, waren sie beeindruckt, dass wir so viele Peer Educators und HauspflegerInnen haben und dass wir über ein solides Geldverwaltungssystem verfügen. Sie sagten uns, dass sie vom Südafrikanischen Nationalen AIDS-Rat beauftragt wurden, mit Organisationen zusammenzuarbeiten, die starke Verbindungen zur lokalen Basis haben und ihnen helfen, gegen Stigmatisierung und Diskriminierung vor allem bei HIV-Infizierten, aber auch gegen Stigmatisierung bei Randgruppen wie Ausländer oder Homosexuelle zu kämpfen. Wir wissen aus unseren Erfahrungen, dass Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV in den Dörfern, mit denen wir zu tun haben, immer noch weit verbreitet ist. Das Ergebnis ist, dass Menschen zögern, sich testen zu lassen. Und diejenigen, die positiv getestet wurden, zögern, ihre Ergebnisse selbst ihren nächsten Verwandten zu offenbaren. Viele von ihnen vermeiden es, in die Klinik zu gehen, um die lebensrettende antiretrovirale Behandlung zu beginnen, weil sie fürchten, was die Leute über sie sagen werden Das fürchten sie mehr als den eigenen Tod. Deshalb haben wir die Gelegenheit begrüßt, mit einem neuen Versuch gegen Stigmatisierung und Diskriminierung zu kämpfen. Wir schickten ein starkes Team zu dem Workshop von Soul City, die Multiplikatoren und Master-Trainer für neue Kampagnen werden sollten. Itsholeng Moepi, die derzeit stellvertretende Vorsitzende unserer Selbsthilfegruppe Amogelang für die Selbsthilfegruppe von Kindern mit HIV verantwortlich, Dimakatso Ikaneng, unser neue Projektmanager in Tlamelang, und Jasmine Mathews, unsere Finanzmanagerin, wurden in der zweiten Oktoberwoche von Soul City Trainern für eine Woche in Randburg ausgebildet. Sie kamen voller Enthusiasmus zurück und waren begierig darauf, das, was sie gelernt hatten, an jene weiterzugeben, die zu sogenannten „ community mobilizers“ ausgebildet werden sollten. Wir haben insgesamt 27 unserer Mitglieder aus allen drei Aktionsgruppen ausgesucht, die diese Ausbildung machen sollen. Es wurden die bevorzugt, die mit HIV leben und offen darüber sprechen können. Die Ausbildung der„ community mobilizers“ fand nun vom 22.11. bis 24.11. 2017 außerhalb von Mahikeng statt. Es gab unseren Mitgliedern einen tieferen Einblick in die Mechanismen, die in unseren Dörfern zu Stigmatisierung und Diskriminierung führen. Sie haben nun die Aufgabe, „Hot Spots“ zu identifizieren, in denen Stigmatisierung und Diskriminierung in ihren lokalen Gemeinschaften weit verbreitet sind.Der nächste Schritt ist dann, sich mit den relevanten staatlichen Institutionen zu treffen, um diese Probleme anzugehen. Die „Hot Spots“ können eine Schule, eine lokale Shebeen (illegaler Bier/Alkoholausschank) oder sogar eine Kirche sein. Wir freuen uns, dass Soul City einen Vertrag mit unserer Organisation unterschrieben hat und dass ihre Zahlungen sogar eine Vergütung für die Community-Mobilisierer beinhalten. Mit dieser finanziellen Entschädigung können unsere Mitglieder die Verluste wettmachen, die sie aufgrund der schlechten Finanzierung durch die South African Bishops Conference und die National Lottery Commission hinnehmen...

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Bericht eines Besuchers

Okt 22, 2017 in Tshepanang

Bericht eines Besuchers

Anfang bis Mitte Oktober hatte ich Gelegenheit, die Geschwister der Communität Koinonia – Christel und Wolfgang Hermann sowie Undine Rauter – in Mafikeng /Südafrika zu besuchen. Dabei ging es zuerst um ein Kennenlernen ihrer vielfältigen Arbeit. Der Besuch war so geplant, dass ich direkt nach meinem Ankommen in einen Workshop der so genannten „peer educaters“ einsteige. Das sind jüngere Menschen, die in Schulen gehen und im Rahmen eines „life orientation“-Unterrichts über Themen wie Sexualität, Umgang mit Teenagerschwangerschaft und AIDS sprechen. So hörte ich zum Beispiel einer Unterrichtsstunde zu, die modellhaft besprochen wurde, und sollte selber etwas von der Herausforderung erzählen, die entsteht, wenn man Werte in der Schule vermitteln will. Es hat viel Freude gemacht zu sehen, wie die kontinuierliche Arbeit dazu geführt hat, dass heute schon die eigenen Leute in der ersten Reihe stehen und die später Dazugekommenen anleiten. So kann Wolfgang Hermann entspannt in der letzten Reihe sitzen und die Stunde verfolgen. Ich hatte mir im Vorfeld überlegt, dass meine eigene Situation als Schulpastor an einer staatlichen Schule für die Menschen in Südafrika vermutlich nur begrenzt nachvollziehbar ist. Deswegen sollte jeder und jede einen Wert benennen, der ihm/ ihr wichtig ist, und den er/sie in der Schule weitergeben möchte. Nach einem Austausch in der Gruppe sollte sich die Gruppe auf einen Wert einigen und ihn als Standbild darstellen. Diese Bilder entstanden zügig und kreativ; gemeinsam versuchten wir dann herauszufinden, was die Gruppe darstellte. Ihr könnt ja einmal raten, welcher Wert auf diesem Bild dargestellt wurde… Ein Highlight des Workshops war die Graduiertenfeier für Patricia. Als peer educater mit einem geringen Schulabschluss hat sie mit Hilfe eines Stipendiums der Organisation einen Abschluss geschafft, der ihr erlaubt, in der Schule als Lehrerin zu arbeiten und sich auf den Weg zu einem Bachelor-degree zu machen. Bildung ist ein zentraler Ausweg aus dem Teufelskreislauf von geringer Qualifikation und geringer Bezahlung. Wenn es jemand aus dem eigenen Umfeld schafft, ist das motivierend für die ganze Gruppe. Der Eindruck wurde abgerundet durch einen Schulbesuch: Wir erlebten eine eindrückliche Stunde über Schwangerschaft von Teenagern, vermittelt von einer Frau, die leider einen ähnlichen Weg gehen musste. Einen Vormittag lang durfte ich auch mit Christel Hermann in den Kindergarten gehen. Die Geschwister haben über lange Zeit die Bildungsansätze in den lokalen Kindergärten und Schulen verfolgt und suchen nach Möglichkeiten, das Bildungsniveau zu verbessern. Positiv erscheint der Ansatz von Maria Montessori. Christel leistet an dieser Stelle Pionierarbeit, indem sie Kindergärtnerinnen bei einem Montessori-Kurs begleitet und gleichzeitig das Material ins Setswana übersetzt. Ich war beeindruckt von der konzentrierten, stillen, aber gelösten Atmosphäre im Kindergarten, die sich mit Toben und Spielen im Freien abwechselt. Und das Bildungsniveau zu stärken, finden auch so genannte „Afterschool programs“ statt: Kinder bekommen zunächst ein Mittagessen, machen dann ihre Hausaufgaben mit Betreuung, daneben gibt es Nachhilfe in Mathe und eine biblische Geschichte. Mein Eindruck war, dass es allen viel Spaß macht, einschließlich den Lehrern, wobei die Fortschritte im Bereich Mathematik leider eher gering sind. Für mich war die Reise ein kurzer, aber intensiver Einblick in die Lebenswelt von Christel, Wolfgang und Undine. Es war sehr anregend, und ich könnte mir vorstellen, auch einmal mit einer kleinen Gruppe die Geschwister zu besuchen, um sich selber ein aktuelles Bild zu machen, wo sie heute stehen. Michael...

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Frühlingserwachen

Sep 27, 2017 in Tshepanang

Frühlingserwachen

Der Frühling ist eingezogen und die Sonne wird von Tag zu Tag heißer, wir warten immer noch auf den ersten Regen. Alle jene in Tsibogang, die den Winter hassen und fürchten, sind aus ihrem „Winterschlaf“ herausgekommen. Was tut sich in den Kindergärten? Unsere Mitarbeiterinnen, die den Montessori-Kurs machen, sind mit ihren Praktika beschäftigt, die Anfang August begannen und Ende September enden. Sie wurden von Hawa Tayob besucht, der Gründererin des Montessori Early Learning Training Instituts aus Kapstadt, die unseren Kurs unterrichten. Sie besuchte jede in ihrer Arbeit mit den Kindern und war sehr beeindruckt von dem Fortschritt, den jede gemacht hat. Aber alle waren sehr nervös, bevor sie kam. Die Kinder nahmen irgendwie die Aufregung und den Stress ihrer Lehrerinnen wahr und erstarrten, als Hawa den Kindergarten betrat. Am letzten Tag ihres Besuchs erhielten die Studentinnen, die im August nicht alle ihre praktischen Prüfungen bestanden hatten, eine zweite Chance und alle haben es geschafft. Ich war sehr stolz, die Kinder von Magogoe nach unseren drei Wochen Urlaub in Deutschland zu treffen. Ein Junge, der die Erzieherinnen manchmal mit seinem Verhalten herausfordert, kam auf mich zu und fragte, ob er mir Flaggen von Südafrika, Tansania, Mauritius und Kenia zeigen kann. Ich war sprachlos, und er kam mit den Fahnen und erklärte mir die verschiedenen Farben. Auch die Afrika-Puzzle-Karte (ein Puzzle mit 52 Teilen, jedes ein Land in Afrika) hat es einigen Kindern angetan. Sie nehmen sie heraus und versuchen sie wieder zusammenzusetzen.Ich kann mich noch lebhaft erinnern, ratlos zuzusehen, wie die Kinder Puzzle auseinandernahmen und sie nicht wieder zusammenbrachten. Stiller Tag für Home care Givers Die erste Veranstaltung im Frühling war der Stille Tag für Tlamelang, unser HauspflegerInnen . Wir gingen in ein schönes und ruhiges Gästehaus in Zeerust, wo wir Freitag und Samstag unter dem Thema „The Blessing of Seeing“ verbrachten. Wir dachten über das Magnificat nach und den Text, in dem Petrus und Johannes den Lahmen vor dem Tempel treffen und sagen: „Schau uns an“. Gott sieht jeden von uns mit Liebe und Respekt an. Wir sind auch eingeladen, andere auf diese Weise zu betrachten. Während der Austauschrunde war auffällig, wie viele ernste Konflikte in ihren Familien haben, wo Menschen vermeiden, sich gegenseitig zu ernstzunehmen und nicht miteinander zu sprechen. Das Gebet, das Schweigen und das Sichaustauschen hilft, leichter den Weg weiterzugehen. Am Ende hatten wir Zeit, schöne Mandalas zu zeichnen und buchstäblich uns miteinander zu vernetzen. Finanzlage von Tsibogang Als Dr. Hermann aus seinem Urlaub zurückkam, erkundigte er sich nach dem Finanzierungantrag bei der Südafrikanischen Lotterie, die längst überfällig war. Das Ergebnis schockierte uns alle: Sie genehmigten nur 5% von dem, was wir beantragt hatten. Dies führt zu ernsthaften finanziellen Einschränkungen. In dieser Situation war es sehr beruhigend für uns zu hören, dass HMG (ein deutsches Softwareunternehmen aus Heidelberg) weitere 15.000 Euro für unsere Organisation bereitgestellt hat, die wir für das Essen der Kinder in unseren Zentren nutzen...

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Tlamelang-Workshop im Juli

Jul 23, 2017 in Tlamelang

Tlamelang-Workshop im Juli

Bei für die Winterzeit erstaunlich milden Temperaturen versammelten sich 52 home care givers am 10.07.2017 im St. Joseph’s Retreat Center, um am diesjährigen fuenftägigen Tlamelang-Workshop teilzunehmen. Wie im letzten Jahr konnten wir wegen unserer Finanzknappheit die Teilnehmer nicht im Center unterbringen, sondern sie mussten abends nach Hause zurückkehren. Alle, die außerhalb von Mahikeng wohnen, wurden gebeten, sich bei Freunden und Verwandten in Mahikeng einzuquartieren. Es war ein Zeichen für den guten Geist, der bei diesem Workshop herrschte, dass sich niemand über die damit verbundenen Unannehmlichkeiten oder über das einfache Essen beklagte. Jeder Tag begann mit einer Bibelarbeit. An zwei Tagen beschäftigten uns die letzten Verse aus Matthäus 9: “ Als Jesus das Volk sah, jammerte ihn, denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Die Ernte ist gross, aber der Arbeiter sind wenige…” Uns beschäftigen drei Schwerpunkte: Zum einen ging es wieder um Tuberkulose und HIV, die bei weitem größten Gesundheitsprobleme Südafrikas. Damit verbunden waren Unterrichtstunden für 6-13-jährige Kinder zur HIV-Prävention und über die Rechte von Kindern. Dafür hatte sich in diesem Jahr ein neues Teaching Team gebildet, die sich in der Woche vor dem Workshop zweimal getroffen hatten, um die insgesamt 16 kurzen Unterrichtsstunden gut vorzubereiten. Das Ergebnis waren sehr ansprechende Vorführstunden, die die care givers nun in den After School Programs und bei Hausbesuchen in kleinen Gruppen gut unterrichten können. Der dritte Schwerpunkt waren für unsere home care givers nicht so bekannte Themen wie die Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft und Gewalt gegen Frauen (wozu wir Vertreter der Organisation Life Line eingeladen hatten) sowie Geschlechtskrankheiten und Verhütungsmittel. Dies sind alles hochbrisante Themen in unserer Gesellschaft und es ist gut, dass unsere Mitarbeiter durch den Workshop dazu ermutigt wurden, diese heißen Eisen bei ihren Hausbesuchen und im Gespräch mit den Kindern im After School Program noch entschlossener anzupacken. Wie in den letzten Jahren mussten alle Teilnehmer am Donnerstag einen Test über Tuberkulose und HIV schreiben, um ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Zum Glück haben alle bestanden und der Durchschnitt verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 69.5 % . Denen, die über 90 % erreicht hatten, wurde bei der Abschlussfeier ein Geschenk überreicht. Wolfgang...

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Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung

Jun 28, 2017 in Tshepanang

Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung

Wie Christel Hermann bereits im letzten Post kurz berichtet hat, freuen wir uns derzeit über die Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Sie hat 29.900 Euro für das AIDS-Projekt zur Verfügung gestellt. Für Tsibogang bedeutet das die Finanzierung von 45 Jugendlichen, die 4.500 Schülerinnen und Schüler über AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten aufklären. Diese sogenannten „Peer Educators“ verfügen über eine natürliche Autorität, weil sie gegenüber den Schülern „von gleich zu gleich“ auftreten. Sie werden an 24 Schulen in der südafrikanischen North West Province über den Wert von gleichberechtigten Beziehungen und über Teenager-Schwangerschaften aufklären sowie medizinische Informationen weitergeben. Aber über die reine Information hinaus kommt den Peer Educators noch eine weitere Aufgabe hinzu. Wolfgang Hermann erklärt das so: „Wir wollen die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstbewusstsein so stärken, dass sie verantwortlich mit ihrem Leben und ihrer Sexualität umgehen.“ Die Peer Educators, zum großen Teil junge Frauen, werden gründlich ausgebildet und von Mentoren begleitet. Die AIDS-Prävention soll in den kommenden Jahren mit den bereits ausgebildeten und mit jährlich neuen Peer Educators an einer wachsenden Zahl von Schulen angeboten werden. Besonders freut uns, dass die Bingo-Umweltstiftung die Arbeit von Tsibogang als bedeutsam einschätzt. Dazu heißt es in der Förderzusage: „Präventionsprogramme wie dieses sind vor dem Hintergrund der verheerenden medizinischen und sozialen Folgen von AIDS sehr wichtig.“ Das macht der Hintergrund von HIV und AIDS in Südafrika auch sehr deutlich: Rund 7 Millionen der 54 Millionen Einwohner Südafrikas sind von der Krankheit betroffen. Damit bedroht die Ausbreitung von HIV und AIDS nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung Südafrikas, sondern auch die soziale Stabilität des Landes. Zwar konnte die Zahl der Neuinfektionen in der Vergangenheit gesenkt werden, in der Altersgruppe der Jugendlichen, vor allem der jungen Frauen, ist sie allerdings immer noch sehr hoch. Nach jüngsten Schätzungen infizieren sich jede Woche weitere 2.000 Mädchen und junge Frauen. Für den Förderkreis Mission und Gemeinschaft e.V. Iris...

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Neuigkeiten in allen Bereichen

Jun 15, 2017 in Amogelang, Godisang, Tlamelang, Tshepanang

Neuigkeiten in allen Bereichen

Bei uns in Südafrika hat inzwischen der Winter Einzug gehalten: Wir hattten den ersten Frost und tagsüber empfindlich kalte Temperaturen. Wenn es hier unter 20 °C werden trotz strahlend blauem Himmel, dann weiss man, dass es Winter ist. Aus allen Bereichen der Tsibogang-Arbeit gibt es Neues zu berichten: Anfang Mai hatten wir unsere Vollversammlung, in der Dr. Hermann ein Sparprogramm für die nächsten Monate verkündet hat. Es sieht u.a. vor, dass das Essensgeld für alle Kindergärten und After School Programs halbiert wird und es für die Treffen der Mitarbeiter keinerlei Essensgeld mehr gibt. Das wurde wohlwollend aufgenommen bzw. kann man sagen, dass keiner protestiert hat. Inzwischen hat es einige gute Nachrichten gegeben: Von der Umweltlotterie Bingo Niedersachsen gibt es eine Spendenzusage und von der Badischen Landeskirche. Das ist eine große Gebetserhörung. Vielen Dank an alle, die dafür gebetet haben. Die fünf Frauen, die den Montessorikurs machen, sind nun in der aktiven Examensphase. Sie treffen sich jeden Samstag. Die fünf Bereiche, in denen sie geprüft werden, sind Übungen des praktischen Lebens, das Sinnesmaterial, Sprache, Mathematik und Kultur. Jede von ihnen muss etwa 120 verschiedene Übungen kennen und in der Lage sein, diese den Kindern vorzuführen. In dem Montessorikurs gilt die Regel: Jede sollte die Übungen ca. 30mal durchgeführt haben, bevor sie einem Kind gezeigt werden.   In den beiden Kindergärten ist jedenfalls zu merken, dass es Fortschritte bei den Kindern gibt. Es gibt ein paar Kinder, die sehr selbständig arbeiten und das Material souverän benutzen. Einige haben angefangen zu schreiben. Wenn ich in die Kitas komme (jede zweite Woche), bin ich immer erstaunt darüber, wie interessiert besonders die Kleinsten sind, wenn ich älteren Kindern das Sprachmaterial vorführe. Schreiben hat etwas Magisches fuer die Kinder. Am 1./2. August werden die Prüfungen des Montessorikurses sein, ab 7.8. werden die Frauen ihre praktische Arbeit offiziell beginnen. Das heißt, jede von ihnen muss zeigen, dass sie die theoretischen Kentnisse auch praktisch anwenden kann. Im Mai gab es vier HIV-Test Kampagnen, in denen drei unser Mitglieder 396 Menschen auf HIV getestet haben. Die ist wichtig für die allgemeine Arbeit in unserer Organisation sowie für das allgemeine Gesundheitsbewusstsein. Es gibt immer noch viele, die ihren HIV-Status nicht kennen. Ein Grund dafür ist die Angst, sich in einer Krankenstation (hier „clinic“ genannt) verwundbar zu machen. Manche fürchten vor allem die Stigmatisierung. Weil wir durch die Katholische Bischofkonferenz Gelder für diese Testkampagnen bekommen, nutzen wir die Nische unserer Organisation, Menschen die Gelegenheit zum Testen zu geben. Wir haben auf diese Weise auch schon etliche Kinder aufgespürt, die HIV-positiv sind. In den letzten drei Wochen gab es hier in Mafikeng an etlichen Schulen große Aufregung durch Gerüchte, dass zwei Autos an Grundschulen gesehen wurden, die Kinder entführen wollten. Unsere beiden Hausaufgaben-Programme in Mafikeng waren direkt davon betroffen: z.T. gingen die Kinder wegen dieser Gerüchte nicht zur Schule, z.T. kamen Eltern zu uns, um herauszufinden, was wir darüber gehört haben. Bis heute weiß keiner zu sagen, ob wirklich Kinder verschwunden sind. Aber die Organisation „Missing Children“ berichtet auf ihrer Internetseite folgendes: The Shocking Reality A child goes missing every five hours in South Africa, according to figures released by the South African Police Service Missing Persons Bureau for 2013. This adds up to a total of 1697 children. Fortunately, according to Missing Children South Africa’s statistics, 77% of children are found. Sadly,...

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