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Mit Zittern ins neue Finanzjahr

Mit Zittern ins neue Finanzjahr

Den Mitarbeitern von Tsibogang rauchten in dieser Woche die Köpfe. Es ging in dieser letzten Woche des Finanzjahres darum, alles für den Auditor (d.h. den auswärtigen Buchprüfer) vorzubereiten. Dabei sehen wir dem neuen Finanzjahr, das hier im April beginnt, mit großen Sorgen entgegen, denn es wird finanziell sehr eng.

Das liegt daran, dass wir mit Dorcas AID International und Agnes Phillipine Walter Stiftung im letzten Jahr zwei große langjährige Spenderoganisationen verloren haben, weil diese ihre Mittel vermehrt fuer die Fluechtlinge in Europa einsetzen wollen. Trotz zahlreicher Bemuehungen gelang es uns nicht, Verträge mit neuen Spenderorganisationen zu bekommen. Besonders enttäuschend für uns waren Absagen des South African National Council of AIDS (SANAC) und des Department of Social Development, auf die wir große Hoffnungen gesetzt haben, da unsere Projekte ganz im Einklang mit ihren Vorgaben und Zielen sind. Aber uns fehlen die „Beziehungen“, die leider in Südafrika oft den Ausschlag geben.

So bleiben uns als größere Geberorganisationen derzeit nur der Förderkreis, das Deutsche Institut für Ärztliche Mission und die Südafrikanische Bischofskonferenz. Bei letzterer gibt es zur Zeit auch nur eine mündliche Zusage über einen neuen Vertrag, der eigentlich bereits vom 01.04. wirksam sein soll. Bei der hiesigen Lotterie dürfen wir erst im Mai einen neuen Antrag stellen, der dann eine Bearbeitungszeit von mindestens fünf Monaten hat. So werden besonders die ersten sechs Monate des neuen Finanzjahres eine echte Durststrecke.

Für das Tlamelang Home Based Care Projekt fehlen uns in diesen sechs Monaten R 102.000 (7555 Euro), für das Waisenkinderprojekt wahrscheinlich etwa R 162.000 (12,000 Euro) und für das Amogelang Projekt R 40.000 (2960 Euro). Wir werden diese Lücken einerseits durch eine Reduzierung des „Incentives“ (also der Aufwandsentschädigung) unserer Care Giver und anderseits durch Gebrauch unserer Reserven, die dadurch in beängstigender Weise reduziert werden, zu stopfen versuchen. Es ist natürlich sehr schmerzlich für unsere Mitglieder, wenn ihr ohnehin sehr geringes Einkommen noch weiter reduziert wird.

Ob auch die Peer Educators unseres Tshepanang Projekts eine Reduzierung ihrer Aufwandsentschädigung hinnehmen müssen, hängt von der Bewilligung von Anträgen bei der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Bingo Umweltstiftung ab, über die demnächst entschieden wird. Wenn die Anträge abgelehnt werden, haben wir in diesem Projekt in den nächsten sechs Monaten eine Lücke von R 396.000 (29.300 Euro).

Freizeitprogramm bei Tshepanang-Workshop

Freizeitprogramm bei Tshepanang-Workshop

Im Rahmen des Tshepanang Projekts fand am letzten Wochenende ein sehr gelungener dreitägiger Workshop statt, bei dem 48 Peer Educators und fünf Mentoren teilnehmen konnten. Neben der Erarbeitung neuer Unterrichtsstunden trafen sich in zwei Gruppen diejenigen, die das Matric (vergleichbar dem Abitur) geschafft haben und diejenigen, die bereits in der 11. Klassenstufe die Schule verlassen haben. In beiden Gruppen ging es darum, wie wir als Gruppe jedem Einzelnen helfen können, mit seiner weiteren Ausbildung weiterzukommen.

Eine wichtige Idee für diejenige, die ihr Matric nachmachen wollen, war die Einrichtungen von Lerngruppen, in denen sich die Peer Educators unter Mitwirkung ihrer Mentoren gegenseitig helfen können, sich auf Prüfungen in den Fächern vorzubereiten, die sie nicht bestanden haben.

Zur Zeit sind Schulferien und in der ersten Woche derselben wird für die Frauen in den beiden Kitas das letzte Modul ihres Montessorikurses stattfinden. Danach fängt die Vorbereitung auf die Examina an (Anfang August). Die Kinder haben sich gut entwickelt und erstaunliche Fortschritte gemacht.